Biogas-Aufbereitungsanlage der SWL Energie AG offiziell eingeweiht

Auf dem Areal der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Langmatt in Möriken-Wildegg hat die SWL Energie AG ihre erste eigene Biogas-Aufbereitungsanlage eingeweiht. Die Anlage bereitet das Klärgas der ARA Langmatt zu Biogas auf. So produziert die SWL Energie AG nun einen grossen Anteil des Biogases selbst.

Der Klärschlamm der ARA Langmatt enthält viel Energie. Damit sich diese nutzen lässt, wird der Klärschlamm im Faulraum intensiv umgewälzt und vergärt. Bakterien entziehen ihm dabei die Energie und wandeln sie in Klärgas um, das sich speichern lässt. Bisher verwendete die ARA Langmatt das Klärgas, um damit im eigenen Blockheizkraftwerk Strom und Wärme zu produzieren. Den Strom speiste sie ins lokale Netz ein.

Wegen der tiefen Strommarktpreise rechnete sich diese Stromproduktion in den letzten Jahren nur dank der Einspeisevergütung des Bundes für Strom aus erneuerbaren Energien. Das 2018 in Kraft getretene revidierte Schweizer Energiegesetz hält jedoch fest, dass die Einspeisevergütung für ARAs befristet ist. Die Rechtsgrundlagen durch den Bund werden laufend angepasst, weshalb für die Stromproduktion aus Klärgas die Planungssicherheit fehlt. Daher suchte der Abwasserverband Region Lenzburg eine neue Möglichkeit, das Klärgas der ARA Langmatt zu nutzen. Seit dem Anschluss der ARA Lotten an den Abwasserverband Region Lenzburg erhöhte sich zudem die Klärgasmenge. Es entstand ein Überschuss, der sich nicht verarbeiten liess und somit abgefackelt werden musste.

Wachsender Biogasbedarf

Da traf es sich gut, dass die SWL Energie AG auf der Suche nach einer eigenen Produktionsmöglichkeit für Biogas war. Das Lenzburger Energieunternehmen gehört zu den ersten Gasversorgern der Schweiz, die bereits beim Standard-Gasprodukt 10% klimafreundliches Biogas beimischen. Um den wachsenden Bedarf mit regionalem Biogas decken zu können, kam die Idee auf, bei der ARA Langmatt eine Biogas-Aufbereitungsanlage zu errichten und das Klärgas der ARA zu nutzen.

Methangehalt erhöhen

Die Aufbereitungsanlage ist nötig, weil sich Klärgas anders zusammensetzt als Biogas. Damit Klärgas als Biogas ins Gasnetz eingespeist werden darf, muss es einen Methangehalt von mindestens 96% aufweisen. Klärgas enthält jedoch nur etwa 65% Methan, rund 35% CO2 und eine kleine Menge Schwefelwasserstoff. Die Biogas Aufbereitungsanlage entfernt in einem ersten Schritt mit einem Aktivkohlefilter den Schwefelwasserstoff aus dem Klärgas. Im zweiten Schritt trennt eine Membran das COab. Übrig bleibt Biogas mit dem erforderlichen Methangehalt. Vor dem Einspeisen ins Gasnetz mischt die Aufbereitungsanlage dem Biogas aus Sicherheitsgründen den gleichen charakteristischen Geruchsstoff bei, den auch Erdgas hat. Austretendes Gas fällt dadurch sofort auf.

Viele Arbeiten selbst erledigt

Als Vorbereitung auf die Biogasproduktion baute die SWL Energie AG 2016 eine Gasleitung von der ARA Langmatt bis ins Rupperswiler Industriegebiet und schloss sie dort ans bestehende Gasnetz an. 2017 folgten die Planungs- und Realisierungsarbeiten für die Aufbereitungsanlage. Einen grossen Teil davon erledigte die SWL Energie AG selbst. Dazu gehörten vor allem die Projektkoordination mit den einzelnen Lieferanten und die Elektroinstallation samt der Verkabelung zur ARA Langmatt.

Anfang 2018 nahm die SWL Energie AG die Aufbereitungsanlage schrittweise in Betrieb und stellte sie optimal ein. Heute Montag haben Projektverantwortliche, Lieferanten, Behördenvertreter sowie Mitarbeitende der SWL Energie AG und der ARA Langmatt die Anlage mit einer Feier offiziell eingeweiht.