Die Hauptenergiequelle für den Wärmeverbund Entfelden des Swisspower-Stadtwerks Eniwa bildet die Abwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Buchs. Um die Abwärme, die aus der Abfallverwertung entsteht, nach Entfelden zu bringen, baut die FEWAG derzeit neue Leitungen von Suhr bis zur Energiezentrale in Unterentfelden. Die Abwärme aus der KVA Buchs wird bereits heute in Teilen von Aarau und Buchs sehr effizient zum Heizen eingesetzt.
Wie funktioniert der neue Wärmeverbund?
«Der Wärmeverbund funktioniert wie eine grosse Zentralheizung», erklärt Aleksandar Dunjic, Projektleiter Wärme/Kälte bei Eniwa. Die Abwärme der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Buchs stellt dabei die Wärmequelle beziehungsweise die Zentralheizung dar. Über das unterirdische Transportnetz der FEWAG wird diese Abwärme in Form von Heisswasser zur Energiezentrale transportiert. Dort wird sie ans Verteilnetz übertragen und mit 65 °C in die Gebäude verteilt, wo sie mittels kundenseitigen Hausstationen zu Heizzwecken und zur Brauchwarmwasser-Aufbereitung (Boiler) genutzt wird. Das abgekühlte Wasser wird über das Verteil- und Transportnetz wieder zurück zur Wärmequelle geführt, womit die Kreisläufe geschlossen sind.
Weiterer Ausbau der Fernwärme bereits in Planung
Nach der ersten Realisierungsphase bis 2028 plant Eniwa die Erweiterung des Netzes in Ober- und Unterentfelden. Das Zielnetz, welches sich primär auf die Gebiete mit hoher Wärmedichte der Gebäude orientiert, beinhaltet insgesamt 12 Trassenkilometer und wird in den nächsten 15 bis 20 Jahren entstehen. Dadurch lassen sich im Endausbau rund 60'000 MWh Wärme durch CO2-neutrale Energie substituieren. Dies entspricht in etwa einem Drittel der heute verbrauchten Energie in den beiden Gemeinden.
«Parallel zum neuen Wärmeverbund Entfelden werden die bestehenden Verbünde in Aarau und Umgebung ebenfalls laufend erweitert. Dadurch können jährlich mehrere tausend Tonnen CO2 in der Region eingespart werden. Darüber hinaus bieten die Wärmeverbundprojekte den Kund:innen langfristig eine hohe Versorgungssicherheit zu stabilen Preisen», betont Eniwa CEO Hans-Kaspar Scherrer. Derzeit führt Eniwa mit Interessenten konkrete Gespräche für den Anschluss an das neue Wärmenetz. Das Interesse für einen Anschluss an den Wärmeverbund kann auch zu einem späteren Zeitpunkt, beispielsweise bei einem bevorstehenden Heizungsersatz, bei Eniwa angemeldet werden. «Für besonders umweltbewusste Kund:innen kann bei Eniwa 100 Prozent
erneuerbare, naturemade star zertifizierte Fernwärme bezogen werden», so Hans-Kaspar Scherrer.
Bis 2050 vollständig erneuerbare Gase
Eine Stilllegung oder ein Rückbau des Gasnetzes ist für Eniwa kein Thema. Das Gasnetz ist noch in sehr gutem Zustand und kann noch über viele Jahre mit wenig Wartungs- und Erneuerungsaufwand betrieben werden. Bis 2050 wird Eniwa die Gaslieferung von heute 20% auf vollständig erneuerbare Gase umstellen und falls nötig Restemissionen mit entsprechenden Zertifikaten kompensieren. Netto-Null CO2 bis 2050 erfordert von allen Energieträgern Strom, Gas, Fernwärme oder flüssige Brennstoffe entsprechende Reduktions- und Kompensationsmassnahmen.