Für die reibungslose Stromversorgung in der Tourismusdestination Davos bestehen 168 Trafostationen mit darin enthaltenen Schaltanlagen, welche die Stromverteilung auf der Mittelspannungsebene ermöglichen. Bei der Isolation dieser Anlagen kommt seit Jahrzehnten und weltweit Schwefelhexafluorid (SF6) zum Einsatz. Das Gas ist jedoch das stärkste bekannte Treibhausgas mit einem mehr als 25'000-fach höheren Erwärmungspotenzial als CO2. Die EU hat kürzlich eine Verordnung verabschiedet, welche SF6 bei neuen Anlagen bis 24 kV per 1. Januar 2026 verbietet. Die Schweiz wird die Verordnung voraussichtlich übernehmen.
Treibhausgasemissionen um bis zu 83 Prozent reduzieren
Die EWD AG setzt schon heute die Segel: Das Unternehmen ersetzt die bestehenden SF6-Mittelspannungsanlagen im UW Dorf mit SF6-freien Schaltanlagen. Bei der neuen «blue GIS»-Technologie von Siemens kommt mit «Clean-Air» ein Isoliermedium zum Einsatz, das wie die Umgebungsluft aus Stickstoff, Sauerstoff und CO2 besteht. «Clean Air» erfüllt die höchsten Anforderungen an ein alternatives Isoliermedium und die Treibhausgasemissionen lassen sich, gerechnet auf die Lebensdauer der Anlage, um insgesamt bis zu 83 Prozent reduzieren.
Die in Davos eingesetzte Anlage ist die weltweit erste des Typs «8DAB24 blue GIS». Für die EWD AG resultiert dieser Schritt aus den kürzlich erlangten ISO-Zertifizierungen, im Rahmen welcher sich die Unternehmung in den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit zu ständigen Verbesserungen verpflichtet hat. «Ein Zuwarten bis zum Verbot würde von einer wenig verantwortungsvollen und kurzsichtigen Unternehmensführung zeugen», so Andy Kollegger, der Vorsitzende der Geschäftsleitung der EWD AG. Aufgrund der Neuartigkeit konnte die Anlage zu einem vorteilhaften Preis beschafft werden.