Swisspower | Grundlagen für «Smart City» St.Gallen schaffen

Grundlagen für «Smart City» St.Gallen schaffen

St.Gallen soll zur «Smart City» werden. Eine «Smart City» zeichnet sich aus durch hohe Lebensqualität bei gleichzeitig tiefem Ressourcenverbrauch. Einige erfolgversprechende Massnahmen sind in St.Gallen bereits umgesetzt. Für die Zukunft eröffnet das «Internet der Dinge» ungeahnte Möglichkeiten.

Die Sankt Galler Stadtwerke wollen mit einem Pilotprojekt prüfen, wie sich innovative «Smart City»-Anwendungen auf der Grundlage des St.Galler Glasfasernetzes und eines neuartigen, strahlungsarmen Funknetzes kostengünstig realisieren lassen.

Als «Smart City» bezeichnet man einen Siedlungsraum, in dem Produkte, Dienstleistungen, Technologien, Prozesse und Infrastrukturen eingesetzt werden, die sich durch Nachhaltigkeit auszeichnen. Der Stadtrat hat sich im Rahmen des Handlungsfelds «Zukunftsenergie» zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität in St.Gallen zu erhöhen, ohne bei Themen wie Kundenfreundlichkeit, Komfort oder Ökologie Abstriche machen zu müssen. St.Gallen soll sich dank einer umfassenden eGovernment-Strategie, hoher Effizienz, offener Kommunikation und moderner, technologiegestützter Dienstleistungen zur «Smart City» entwickeln.

Die Stadt St.Gallen befindet sich bereits auf gutem Weg dazu: Das St.Galler Glasfasernetz ist zu 60% realisiert. Den Nachweis, dass strahlungsarmer Mobilfunk möglich ist, haben die Sankt Galler Stadtwerke mit dem Pilotprojekt «St.Galler Wireless» erbracht. Mit der Echtzeit-Fahrplaninformation bieten die VBSG ihrer Kundschaft, stationär an Haltestellen und ortsunabhängig mit der Wemlin-App, jederzeit die gewünschten Informationen. Und auf Sammeltouren und Sammelstellen in den jeweiligen Quartieren weist die Entsorgung St.Gallen ebenfalls per App hin. Hinzu kommen Ladestationen für Elektrofahrzeuge, intelligente Stromzähler und bedarfsgesteuerte Strassenbeleuchtungen. Diese ersten Ansätze einer «Smart City» sollen in den nächsten Jahren konsequent ausgebaut werden und St.Gallen als Lebens- und Wirtschaftsraum noch attraktiver machen.

Intelligente Infrastruktur: Grundlage für jede moderne Stadt

Mit dem Pilotprojekt «Smartnet» soll nun die Grundlage für zukünftige «Smart City»-Anwendungen in der Stadt St.Gallen geschaffen werden. Die Sankt Galler Stadtwerke erweitern dazu das Glasfasernetz um eine neuartige, strahlungsarme Funktechnologie, der LoRa (LongRange) Funktechnologie.

Diese von der LoRa-Alliance (Semtech, IBM, Cisco) lancierte LPWAN-Technologie (Low Power Wide Area Network) arbeitet auf dem konzessionsfreien UKW-Band von 863 bis 870 MHz. Sie zeichnet sich durch eine grosse Reichweite, zuverlässige Kommunikation und gute Durchdringung im städtischen Umfeld aus. Weitere Vorteile sind die kostengünstige Hardware, eine End-to-End-Verschlüsselung und eine lange Batterielaufzeit der Funkeinheiten von bis zu zehn Jahren.

Diese Technologie ermöglicht es, kostengünstig eine grosse Anzahl von Objekten (z. B. Temperaturfühler, Stromzähler, Strassenlampen, Alarmanlagen, Fahrzeuge, Maschinen etc.) zu vernetzen. Damit lassen sich sehr einfach und zuverlässig Strassenlampen fernsteuern, Belegungen von Aussenparkplätzen erfassen, Betriebszustände von Maschinen überwachen oder Stromzähler auslesen. Die sgsw testen während des Pilotprojekts das Auslesen von Temperatur-/Feuchtigkeitsfühlern und Smart Metern sowie deren Ansteuerung.

Ziel des Pilotprojekts ist es, einerseits Erfahrungen mit der Technologie zu sammeln, anderseits den Nutzen konkreter Anwendungen für Bevölkerung, Wirtschaft und die städtische Verwaltung zu überprüfen. «Smartnet» soll als wichtige Komponente dazu beitragen, die Ziele des Energiekonzepts 2050 zu erreichen und damit die Weiterentwicklung St.Gallens zu einer lebenswerten, ökologischen und «smarten» Stadt zu unterstützen. Der Pilotbetrieb läuft bis Ende November 2015, anschliessend wird das Stadtparlament über einen flächendeckenden Ausbau entscheiden.

Die Sankt Galler Stadtwerke realisieren das Pilotprojekt «Smartnet» in Zusammenarbeit mit den Firmen effectas GmbH und IBM Forschungszentrum im Rüschlikon. Die effectas GmbH unterstützt das Projekt konzeptionell und stellt den Sankt Galler Stadtwerken Systeme sowie Services zur Verfügung; IBM Research Zürich fungiert als Technologiepartner.