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Klimafreundliche Mobilität auf der Überholspur: IWB realisiert Ladeinfrastruktur für Basler Elektrobusse

In Basel entsteht bis 2027 eine der europaweit grössten Indoor-Ladeinfrastrukturen für Elektrobusse: IWB realisiert eine Ladelösung für die neuen E-Busse der Basler Verkehrs-Betriebe. Dabei kommt dem Swisspower-Stadtwerk sein fundiertes Fachwissen zu Netzbetrieb und Elektromobilität zugute.

Das ÖV-Gesetz des Kantons Basel-Stadt fordert bis 2027 einen klimafreundlichen öffentlichen Verkehr. Für die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) bedeutet das, ihre heutige Busflotte komplett durch Elektrobusse zu ersetzen. Die Beschaffung der knapp 130 E-Busse erfolgt in zwei Etappen: Die ersten rund 60 Fahrzeuge treffen bis im zweiten Quartal 2023 ein, die restlichen bis 2027.

Um die Elektrobusse laden zu können, muss die passende Ladeinfrastruktur realisiert und betrieben werden. Zuständig dafür ist IWB. Das liegt nahe, denn das Swisspower-Stadtwerk ist ein erfahrener Dienstleister in der Elektromobilität. «Uns zeichnet das interne Zusammenspiel von Netzspezialisten und E-Mobilitätsprofis aus, das bei einem solchen Projekt zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren zählt», sagt Patrick Wellnitz, Senior Advisor Mobilität bei IWB.

Provisorien als Glücksfall

Die definitive Ladeinfrastruktur für die Elektrobusse entsteht dereinst in der Garage «Rank» der BVB. Es wird die europaweit grösste Indoor-Ladeinfrastruktur für Elektrobusse sein. Doch vorher wird die Garage «Rank» zwischen 2023 und 2027 neu gebaut, weil sie nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht.

Während der Bauphase stellen die BVB ihre E-Busse an zwei provisorischen Standorten ab. Die dort installierten Ladestationen und die weiteren benötigten Komponenten lassen sich später in die Garage «Rank» verlegen. «Diese Konstellation erweist sich als Glücksfall», so Patrick Wellnitz. «Wir können die provisorischen Standorte als Testfeld nutzen und erkennen Verbesserungspotenzial. Das ermöglicht uns, die definitive Ladeinfrastruktur in der Garage ‹Rank› von Beginn weg zu optimieren.»

Zusätzlich zur Infrastruktur fürs Laden in der Garage realisiert IWB an zwei Endhaltestellen von langen Linien sogenannte Gelegenheitsladestationen. Dort können die E-Busse während ihres kurzen Aufenthalts Energie nachladen. So lässt sich die Reichweite steigern.

«Wir sind offen für weitere solche Projekte und Kooperationen ausserhalb unseres eigenen Netzgebiets»

Patrick Wellnitz, Senior Advisor Mobilität, IWB (Bild: Niels Franke)

Partnerschaft mit ABB

Im Rahmen einer Ausschreibung von IWB hat ABB den Zuschlag als Lieferant und Technologiepartner für die gesamte Ladeinfrastruktur erhalten. Die Aufgaben der beiden Unternehmen sind laut Patrick Wellnitz klar abgegrenzt: «Wir übernehmen die Rolle des Generalunternehmers sowie der Bauherrenvertretung und sind für die Netzplanung zuständig. ABB ist für Planung und Fachbauleitung verantwortlich und liefert neben den leistungsfähigen Ladestationen auch die Netzanschluss-Hardware und die Software für das Ladeinfrastrukturmanagement.» Mit dieser Aufgabenteilung hat IWB die eigene Kompetenz gezielt ergänzt.

Projekt auf Kurs

Weil die ersten Elektrobusse schon in wenigen Monaten eintreffen, müssen IWB und ABB einen engen Zeitplan einhalten. Als echte Herausforderung erweisen sich die derzeitigen Lieferkettenprobleme: «Viele Anbieter können uns keine verbindlichen Liefertermine nennen.»

Trotzdem ist das Projekt auf Kurs. Denn alle Komponenten von ABB befinden sich bereits in der Schweiz. So ist die elektrische Inbetriebnahme am ersten provisorischen Standort schon im Oktober geplant. Anschliessend stehen die Implementierung des Lademanagements und diverse End-to-End-Tests auf dem Plan.

Fachwissen nutzen

Mit diesem Grossprojekt zur Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs sammelt IWB wertvolle Erfahrung und viel Fachwissen. Beides könnte das Swisspower-Stadtwerk laut Patrick Wellnitz künftig auch weiteren Verkehrsbetrieben anbieten. «Wir sind offen für weitere solche Projekte und Kooperationen ausserhalb unseres eigenen Netzgebiets.»

Und was empfiehlt der Mobilitätsexperte anderen Stadtwerken, die von ihren lokalen Verkehrsbetrieben als Infrastrukturpartner für Elektrobusse angefragt werden? «Erstens sollten sie ein Angebot für das Gesamtprojekt machen, also eine Drehscheibenfunktion übernehmen. Zweitens empfiehlt es sich, vom Netzbetrieb her zu denken. Welcher Netzanschluss ist erforderlich? Dabei wird die Traktionsstromversorgung idealerweise komplett separat geplant – die Mobilitätselektrik also von der Gebäudeelektrik getrennt. Neben den richtigen Techniklösungen braucht es vor allem eines: Begeisterung fürs Projekt. Wir bringen auch gerne beides ein.»