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Pilotprojekt für dezentrale Energieproduktion und -speicherung

Der Baustart für die drei Mehrfamilienhäuser in der Sturzenegg am westlichen Stadtrand von St. Gallen ist erfolgt. Ziel ist, weitere Erfahrungen mit der Systemintegration von vernetzter, dezentraler Energieproduktion und -speicherung zu sammeln, wie dies das Energiekonzept 2050 der Stadt St.Gallen in Zukunft vermehrt vorsieht.

Bauherrin ist die Wohnbaugenossenschaft St.Gallen, welche die Wohnsiedlung in Kooperation mit den Sankt Galler Stadtwerken mit innovativen energetischen Massnahmen ausstattet.

Eingesetzt werden bewährte Technologien: Für die Wärmeproduktion sorgen zwei Blockheizkraftwerke, die – ergänzend zu den drei Photovoltaikanlagen auf den Dächern – auch Strom erzeugen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll mit dem überschüssigen Strom der geplante zentrale Batteriespeicher aufgeladen und bei steigendem Stromverbrauch auch wieder entladenwerden. Zudem ist eine Carsharing-Lösung in Form von Elektrofahrzeugenmit entsprechender Ladeinfrastruktur vorgesehen. Das Energiemanagementsystem schliesslich sorgt für eine optimale Abstimmung zwischen den verschiedenen Energieerzeuger- und Energiespeichersystemen. Dadurch sollen sowohl der Eigenverbrauch als auch die Energieeffizienz gesteigert werden, ohne dass die Mieterschaft Komforteinbussen hinzunehmen hat. Mit einfachen und ressourcenschonenden Massnahmen wie etwa Duschwannen mit integriertem Wärmetauscher spart jeder Mieter auf einfache Art und Weise Energie, was sich positiv auf die Nebenkosten auswirkt.

Überbauung mit Modellcharakter

Mit dem Energiekonzept 2050, das die drei Bereiche Elektrizität, Wärme und Mobilität ganzheitlich betrachtet, hat die Stadt St.Gallen die Vision einer sicheren, wirtschaftlichen und nachhaltigen Energieversorgung formuliert. Das Umsetzen dieser im Sinne des Energiekonzepts integralen Lösung bringt allen Beteiligten Vorteile: Die Wohnbaugenossenschaft St.Gallen profitiert dank der innovativen Energieversorgung davon, neue Mietergruppen ansprechen und neuartige Konzepte testen zu können, während sich die Mieterschaft in einer Wohnsituation findet, die ihr einen ökologischen Mehrwert bringt und dem neusten Stand der Technik entspricht.

Für die Sankt Galler Stadtwerke – Dienstleister im Wärmebereich und Bauherrin der Photovoltaikanlage – bietet sich die Gelegenheit, das bisher umfassendste Projekt dieser Art zu begleiten, umzusetzen und laufend zu optimieren. Dies ist insofern wichtig, als die Konvergenz der Netze, also das Zusammenwachsen von Elektrizitäts-, Gas-, Wärme- und Kommunikationsnetzen, ein grosses Potenzial für Optimierungen im Energiebereich birgt. Indiesem Zusammenhang beabsichtigen die Sankt Galler Stadtwerke, künftige dezentrale, im Rahmen von Energie-Contracting-Verträgen installierte Stromerzeugungsanlagen mit einem übergeordneten und zentralen Prozessleitsystem zu verbinden. Diese Zusammenschaltung von kleineren dezentralen Stromerzeugungseinheiten zu einem «virtuellen Kraftwerk» wird es dereinst ermöglichen, elektrische Leistung nachfragegeführt bereitzustellen. Damit ergänzen Blockheizkraftwerke den Ausbau der Photovoltaik in idealer Weise und unterstützen den ökologischen Umbau der Energieversorgung ganz im Sinne des Energiekonzeptes 2050 der Stadt St.Gallen. Dieser innovative Ansatz der Energieversorgung bildet zudem eine Grundlage für eine zukünftige «Smart City St.Gallen».