Rückblick Stadtwerkekongress 2026

Unter dem Leitthema «Energie im Wandel: Stromabkommen, Netto-Null und Versorgungssicherheit» kamen Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Energiewirtschaft am 24. April 2026 in Lausanne zusammen. Im Mittelpunkt standen dabei die energiepolitischen Beziehungen der Schweiz zu Europa, die Sicherung einer resilienten Versorgung sowie der Umbau kommunaler Infrastrukturen auf dem Weg zu Netto-Null.

Die erste Keynote hielt Staatssekretär Alexandre Fasel. Er ordnete die energiepolitische Lage der Schweiz in einem europäischen Kontext ein und unterstrich die strategische Bedeutung tragfähiger Beziehungen zu Europa für Versorgungssicherheit, Marktintegration und langfristige Stabilität. 

Stromabkommen: Chancen und Herausforderungen

In der Diskussionsrunde zum Stromabkommen debattierten Yasmine Calisesi vom Energy Center EPFL, Guillaume Cassaigneau vom Bundesamt für Energie, Cristina Pastoriza von Multidis und Erwin Smole der Stadtwerke Klagenfurt. Zum Einsatz kam ausserdem ein Buzzer, mit dem sich Personen aus dem Publikum in die Debatte einschalten konnten. Die Diskussion machten deutlich, dass Versorgungssicherheit künftig nicht nur von technischer Infrastruktur, sondern ebenso stark von regulatorischen und internationalen Rahmenbedingungen abhängt.  

Workshops zu diversen Themen

In den Breakout-Sessionen von enersis suisse, greenventory, Swisspower und des VSG reichten die Themen von der Klimaberichterstattung in den Gemeinden zu Learnings zu digitalen Zwillingen in der Wärmeversorgung aus Deutschland, Umsetzungserfahrungen mit dynamischen Tarifen in der Schweiz und die zukünftige Rolle von Molekülen in der Energieversorgung. 

Die Rolle grüner Moleküle in der Energieversorgung

Die Rolle grüner Moleküle und deren Beitrag zur Energiewende wurde von Dr. Christoph Gatzen von Frontier Economics, Dr. Gerhard Holtmeier der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung, Frank Ruepp der Energie-Agentur der Wirtschaft und Gilles Verdan von Gaznat diskutiert. Während sich die Speaker einig waren, dass grüne Moleküle als nachhaltige Energieträger auf dem Weg zu Netto-Null eine wichtige Rolle spielen werden, wurden sie von der Moderation mit kontroversen Aussagen konfrontiert, zu denen sie Stellung nahmen.  

Ist Netto-Null 2050 noch erreichbar?

Den Einstieg zum Thema Netto-Null machte Camilla van Deurs. Sie zeigte in ihrem Referat auf, wie sie als Stadtarchitektin von Kopenhagen von 2019 bis 2024 die Stadt Richtung CO2-Neutralität begleitet hat. Dr. Kathrin Bernath der Stadt Schaffhausen, Dr. Agnès Petit von Innosuisse, Dr. Hans-Kaspar Scherrer der Eniwa AG und Daniel Wiener der Global Infrastructure Basel Foundation widmeten sich anschliessend der Frage, was es noch brauche, um Netto-Null 2050 zu erreichen. Dabei richteten sie Handlungsempfehlungen in Form von Kurzpitches an verschiedene Zielgruppen.  

Die Stadt Lausanne hat damit Raum für Debatten, neue Perspektiven, konkrete Impulse und wertvolle Begegnungen geschaffen. Ein herzliches Dankeschön an Xavier Company, Stadtrat von Lausanne und Direktor der Services industriels Lausanne für die freundliche Begrüssung und dafür, den Stadtwerkekongress in Lausanne zu ermöglichen.