Swisspower | Seewassernutzung ist ein Generationenprojekt

Seewassernutzung ist ein Generationenprojekt

Der Vierwaldstättersee birgt gewaltige Kälte- und Wärmereserven. ewl energie wasser luzern plant mit der Nutzung des Seewassers über 200 Gebäude mit Wärme und Kälte zu versorgen und somit 10‘000 Tonnen CO2 einzusparen.

ewl plant im Bereich um Tribschen, Bahnhof, Neustadt und Schönbühl mit einer zentralen Seewassernutzung über 200 Liegenschaften mit umweltschonender Wärme und Kälte zu versorgen. Auch bereits Verbünde, Gewerbebetriebe, Bürogebäude und die öffentliche Verwaltung können an dieses lokale, erneuerbare Energienetz angeschlossen werden.

Insgesamt würden 15 Kilometer Leitungen in den verschiedenen Stadtteilen verlegt. Der Ausbau erfolgt nachfrageorientiert und etappenweise. Im Endausbau werden jährlich rund 50 GWh Wärme und etwa 40 GWh Kälte abgesetzt. Damit könnte der CO2-Ausstoss in der Stadt Luzern um 10’000 Tonnen reduziert werden. Diese natürliche Energieversorgung steht damit explizit im Einklang mit der städtischen Eigentümerstrategie und unterstützt die Umsetzung der städtischen Energie-, Klima- und Luftreinhaltepolitik.

Zurzeit werden die konzeptionellen und technischen Erkenntnisse des Vorprojekts zur geplanten Seewassernutzung geprüft. Bis Ende Jahr entscheidet ewl über die detaillierten Dimensionen und den Zeitplan des Projektes. Erarbeitet werden auch verschiedene Leitungsführungen für eine mögliche Erschliessung der geplanten Seewassergebiete. Die Investitionen in das Generationenprojekt betragen rund 90 Millionen Franken.

Da der geplante Perimeter bis zur Krienser Gemeindegrenze reicht und dort auf das sich ebenfalls in Planung befindende See-Energienetz von Luzern Süd trifft, prüfen ewl und die Verantwortlichen der Seenergy Horw AG eine Zusammenarbeit, um Synergien zu nutzen.

Energie aus Seewasser kurz erklärt

In einer Tiefe von zirka 30 bis 40 Metern beträgt die Wassertemperatur des Vierwaldstättersees das ganze Jahr über konstant vier bis fünf Grad. Eine Wasserpumpe fördert das Seewasser in eine Energiezentrale. Dort wird mittels Wärmetauscher die Wärme an ein separates Energienetz übergeben. Das in den See zurückfliessende Wasser ist ökologisch unbedenklich. Flora und Fauna sowie die Fischerei werden nicht beeinträchtigt und die Richtwerte des Bundes werden eingehalten.