Swisspower | Spatenstich für den Energieverbund Bielersee

Spatenstich für den Energieverbund Bielersee

Am 30. April 2021 fand der Spatenstich zu den Bauarbeiten für den Energieverbund Bielersee statt. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag im Bereich der erneuerbaren Wärmeversorgung für die Region und führt zu einer bedeutenden Reduktion der Treibhausgasemissionen. Der Energieverbund nutzt den Bielersee als nachhaltige lokale Energiequelle zur Versorgung mit erneuerbarer Wärme und Kälte.

Seit 2015 wurde das Projekt kontinuierlich entwickelt und durch die beteiligten Partner Energie Service Biel/Bienne (ESB) und Stadt Nidau vorwärtsgetrieben. Im Herbst 2020 wurde für die Realisierung eigens die Energieverbund Bielersee AG (EVB) gegründet, welche die Bauarbeiten für die Seeleitungen und das Pumpwerk an der Dr. Schneiderstrasse in Nidau gestartet hat. Die Gesellschaft wurde dabei durch ihre Verwaltungsräte Heinz Binggeli, Präsident des Verwaltungsrates EVB und Direktor ESB; Sandra Hess, Gemeindepräsidentin Stadt Nidau; Lena Frank, Gemeinderätin Stadt Biel; Prof. Dr. Andrea Vezzini, BFH; Matthias Widmer, Geschäftsleitungsmitglied ESB; den Geschäftsführer Martin Kamber und die Projektleiterin Katrin Fischer vertreten.

Ein Leuchtturmprojekt

Der Energieverbund Bielersee wird nach seiner Fertigstellung zu den schweizweit grössten Energieverbünden gehören, die Seewasser als Energiequelle nutzen. Er wird grosse Teile der Stadt Nidau, sowie das Gebiet von Biel westlich des Bahnhofes versorgen. Damit begehen der ESB und die Stadt Nidau als Projektpartner einen wegweisenden Schritt in eine nachhaltige Energiezukunft.

Wie wird Energie aus dem Bielersee gewonnen?

Das Seewasser wird durch zwei Seeleitungen von 20 und 30 Metern Tiefe gefasst und zum Pumpwerk befördert. Die Energie wird dort mittels grossen Wärmetauschern in einen Zwischenkreis übertragen, der als Kältenetz für die Kunden dient und die Energie in die Heizzentrale leitet. Dort kommen Wärmepumpen zum Einsatz, die einerseits direkt die Wärme aus dem Seewasser und andererseits die Abwärme von den Kältekunden in das Fernwärmenetz einspeisen. Das Seewasser wird vom Pumpwerk direkt in die Zihl zurückgeleitet. Somit ist das Vorgehen für Flora und Fauna unbedenklich.

Massive Senkung der CO2-Emissionen ohne Komforteinbussen

Im geplanten Endausbau soll der Verbund rund 185 angeschlossene Kunden mit Wärme und Kälte versorgen. Mit diesem innovativen Konzept kann der Einsatz von Primärenergie in den fernwärme-versorgten Gebieten ohne Komforteinbussen zukünftig halbiert werden. Die CO2-Emissionen sinken sogar um 80% gegenüber heute, das entspricht einer massiven Reduktion von jährlich über 4000 t CO2.

Schon im laufenden Jahr werden auch die Bauarbeiten für das Leitungsnetz gestartet. Diese werden sich über mehrere Jahre erstrecken und verschiedene Gebiete in Nidau und Biel betreffen. Erste Energielieferungen sind ab Herbst 2022 geplant. Interessenten haben ab jetzt die Gelegenheit, einen Energieliefervertrag abzuschliessen.