Warum lohnt es sich, am Stadtwerkekongress 2026 teilzunehmen?
Riccardo Bussmann: Weil der Anlass viel Fachwissen zu topaktuellen Themen vermittelt, Impulse kompetenter Referent:innen gibt und reichlich Gelegenheit fürs Networking bietet. Ein weiterer guter Grund für die Teilnahme: Der Stadtwerkekongress findet erstmals in der Romandie statt. Bisher wurde er vorwiegend als Deutschschweizer Event wahrgenommen – höchste Zeit, das zu ändern. Wir danken dem Hauptpartner des Anlasses, den Services industriels de Lausanne, und insbesondere ihrem Direktor Xavier Company, dass wir diesmal in Lausanne zu Gast sein dürfen. Und zwar in einer ganz besonderen, historischen Location: im 1908 eröffneten Casino de Montbenon.
Welche Themen stehen beim diesjährigen Stadtwerkekongress im Fokus?
Wir haben uns für drei Themen entschieden: Erstens geht es um das Stromabkommen der Schweiz mit der EU, das für die ganze Energiebranche von grundlegender Bedeutung ist. Im kommenden Frühling startet die parlamentarische Beratung dazu. Mit unserem Podiumsgespräch zu den Chancen und Risiken des Abkommens tragen wir also rechtzeitig zur Meinungsbildung bei. Den zweiten thematischen Schwerpunkt setzen wir bei der Versorgungssicherheit und fragen unter anderem, welche Rolle dabei die grünen Moleküle spielen – also etwa erneuerbare Gase und grüner Wasserstoff.
Und das dritte Thema?
Unser dritter Fokus ist das Netto-Null-Ziel. Um es zu erreichen, bleiben uns nur noch 25 Jahre. Ein hochkarätig besetztes Panel diskutiert darüber, ob wir das überhaupt noch schaffen können, wo wir auf diesem Weg stehen und welche kurz- und mittelfristigen Massnahmen am effektivsten sind. Für die Stadtwerke ist das ein besonders relevantes Thema, weil sie derzeit über grosse Investitionen in den Umbau des Energiesystems entscheiden.
An welche Zielgruppen richtet sich der Stadtwerkekongress?
Primär an Fach- und Führungskräfte aus der Energiebranche und den Stadtverwaltungen, an Politiker:innen aller Ebenen und an Expert:innen aus dem akademischen Umfeld. Wir sprechen diesmal aber bewusst auch ein breiteres Publikum an – zum Beispiel Personen, die sich fundiert über das Stromabkommen informieren und verschiedene Sichtweisen dazu kennenlernen wollen.
Sie haben Fachkräfte aus der Energiebranche als Zielgruppe erwähnt. An welche denken Sie etwa?
Unter anderem an Projektleiter:innen im technischen Bereich, an Kommunikationsprofis und an Fachpersonen, die sich mit Fragen der Wirtschaftlichkeit auseinandersetzen. Auch Fachkräfte, die erst kürzlich in die Energiebranche gewechselt sind, erhalten am Stadtwerkekongress einen guten Einblick in aktuelle Themen.
«Wir haben die bewährten Formate so weiterentwickelt, dass sie noch spannender werden.»
Riccardo Bussmann, Project Manager Communications & Events bei Swisspower
Inzwischen gibt es mehrere nationale Anlässe rund um die Transformation des Energiesystems. Wie hebt sich der Stadtwerkekongress ab?
Der Stadtwerkekongress ist der einzige Anlass in der Schweiz, der sich inhaltlich konsequent auf die Stadtwerke ausrichtet und sich mit den für sie zentralen Themen auseinandersetzt. Damit schaffen wir eine Wissens- und Austauschplattform, die die Stadtwerke bei wichtigen anstehenden Entscheidungen unterstützt. Gleichzeitig ist durch die verschiedenen Träger sichergestellt, dass wir eine grosse thematische Breite bieten.
Wer sind die Träger des Stadtwerkekongresses?
Die Trägerschaft des Stadtwerkekongresses besteht aus Swisspower, dem Schweizerischen Städteverband sowie den beiden Branchenverbänden VSE (Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen) und VSG (Verband der Schweizerischen Gasindustrie).
Wie haben Sie den Stadtwerkekongress 2026 gegenüber den vergangenen Kongressen weiterentwickelt?
Die Grundstruktur mit Keynotes, Podiumsdiskussionen und Breakout-Sessions hat sich bewährt und bleibt unverändert. Wir haben die Formate aber so weiterentwickelt, dass sie noch spannender werden. Bei den Panels zum Beispiel können sich Personen aus dem Publikum direkt in die Debatte einbringen, indem sie ein «Veto» einlegen. Und mit kontroversen Statements wollen wir die Diskussionen beleben. Hier sage ich nur: Lassen Sie sich überraschen.
Welches Rahmenprogramm erwartet die Teilnehmenden des Stadtwerkekongresses?
Am Vortag des Stadtwerkekongresses, am 23. April 2026, stehen den Gästen verschiedene Aktivitäten zur Auswahl: Sie können sich die Schätze der Stadt Lausanne zeigen lassen, die Weine oder die Schokoladen der Region degustieren oder an einer Tour durch das Olympische Museum teilnehmen. Diese Aktivitäten sind für die Teilnehmenden des Kongresses kostenlos.
Machen Sie uns «gluschtig»: Auf welche Highlights des diesjährigen Stadtwerkekongresses freuen Sie sich besonders?
Auf die internationalen Speaker. Diesmal werden gleich drei ausländische Expert:innen von ihren Erfahrungen berichten: Erwin Smole von den Stadtwerken Klagenfurt, Gerhard Holtmeier von der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung und Camilla van Deurs. Sie hat als ehemalige Stadtarchitektin von Kopenhagen die dänische Hauptstadt auf dem Weg zur Klimaneutralität massgeblich vorangebracht. Auf die Diskussionen zwischen den schweizerischen und den europäischen Energieversorgern bin ich sehr gespannt. Zudem freue ich mich auf den Musiker und Autor Antoine Joly. Er wird Lieder von Mani Matter vortragen, die er auf Französisch übersetzt hat. So schlagen wir – wie mit dem ganzen Stadtwerkekongress – die Brücke zwischen den zwei Sprachregionen.