Thurgauer Naturstrom: Die Zukunft gehört der erneuerbaren Energie

4’179 Kunden beziehen auf Kantonsgebiet bereits heute Thurgauer Naturstrom. Dabei handelt es sich zu einem Grossteil um Privatkunden, acht Prozent der Kundschaft machen noch verschiedene Unternehmen aus. Gesamthaft beziehen sie alle pro Jahr über 39 Millionen Kilowattstunden Strom aus erneuerbarer Energie. Als Vergleich: Eine vierköpfige Familie verbraucht in einem Einfamilienhaus pro Jahrdurchschnittlich etwa 5’000 Kilowattstunden Strom.

Original-Bericht vom CONTACT-Magazin der Technischen Betriebe Weinfelden


Der Naturstrom, den die Kunden beziehen, stammt aus dem Kanton Thurgau und setzt sich aus Strom von der KVA Thurgau, regionaler Kleinwasserkraft, Solarstrom und Biomasse zusammen. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Naturstrom-Produkt. Der Stein wurde in Weinfelden angestossen. Dass der Strom, der bei der Verbrennung von Abfall in der KVA Thurgau entsteht, auch in den Thurgauer Natur-strom einfliesst, ist unter anderem auf ein starkes Engagement der Technische Betriebe Weinfelden AG zurückzuführen. Als sich eine Arbeitsgruppe mit der Zukunft des Thurgauer Naturstroms beschäftigte, war für Michael Frick, Leiter Markt bei der TBW, klar, dass man die KVA nicht aussen vor lassen darf. «Für Naturstrom braucht es eine Vision, wir müssen auch in 20 Jahren noch übergenügend Ressourcen verfügen. Und da darf das grösste Kraftwerk im Thurgau nicht ignoriert werden», stellt er klar.

«Für Naturstrom braucht es eine Vision, wir müssen auch in 20 Jahren noch über genügend Ressourcen verfügen.»

Michael Frick, Leiter Markt TBW


           

Das Engagement hat sich bewährt: Heute nutzt die KVA ein Drittel des sauberen Stroms, den sie produziert, für den Eigenbedarf, der Rest wird in das Netz der TBW eingespeist. Gleichzeitig versorgt die KVA die Thur Papier Model AG mit Dampf für die Papierherstellung, ein weiterer Teil des Prozessdampfs wird für die Beheizung des Schulhauses Paul Reinhart und des BBZ in Weinfelden genutzt. Rund18 Millionen Liter Heizöl werden so eingespart. Auch das Gesetz verlangt erneuerbare Energien. In Zukunft führt kein Weg an Naturstromvorbei, das zeigt auch die Gesetzgebung: Per 1. Januar 2018 müssen Elektrizitätsversorgungsunternehmen im Kanton Thurgau den Endverbrauchern ein Angebot unterbreiten, das ausschliesslich aus erneuerbaren Energien – vorzugsweise aus Schweizer Produktion – besteht. So will es das Energienutzungsgesetz.

«In Zukunft führt kein Weg an Naturstrom vorbei, das zeigt auch die Gesetzgebung.»


Sind Sie nun dazu motiviert, Ihren eigenen Beitrag an die grüne Zukunft der Schweiz zu leisten? Dann können Sie – sofern die nötigen Voraussetzungen erfüllt sind – auf finanzielle Unterstützung zählen. Nicht nur der Kanton Thurgau betreibt ein Förderprogramm für Energieeinsparungen und die Nutzung von erneuerbaren Energien; auch die Stadt Weinfelden verfügt über einen eigenen Energiefonds. Ein vorbildliches Engagement der Stadt, die seit 2008 das Label «Energiestadt» trägt. Über die Beitragsgewährung entscheidet der Gemeinderat, bei Bedarf wer - den Spezialisten zugezogen. Beitragsberechtigt sind Massnahmen wie Sonnenkollektoren, Holzfeuerungsanlagen bis 70 kW, der Ersatz von Elektro-Wasserwärmern oder der Abbruch von nicht energieeffizienten Gebäuden.

Solarstrom aus Weinfelden, für Weinfelden


Die TBW sorgt dafür, dass die Stadt Weinfelden mit ausreichend Naturstrom versorgt ist. Einerseits hat sie selber eine Photovoltaik-Anlage auf ihrem Gebäude. Andererseits hat sie im Frühling 2017 auf dem Dach des Sicherheitszentrums Weinfelden eine Photovoltaik-Anlage mit einer Fläche von 1’115 Quadratmetern erstellt. Die gezackte Form des Daches ist nicht nur ein tolles Fotomotiv, sondern bietet auch viele verschiedene Flächen, welche das Fundament der Photovoltaik-Anlage bilden. Die Anlage produziert 170’000 Kilowattstunden Strom pro Jahr, die direkt in das Netz der TBW eingespeist werden. Dies entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von rund 40 Haushalten.