Swisspower | Die Energie Thun AG baut ein intelligentes Stromnetz

Die Energie Thun AG baut ein intelligentes Stromnetz

Im Netz der Energie Thun AG sind die schweizweit ersten zwei regelbaren Transformatoren im Parallelbetrieb im Einsatz. Diese regeln die Ausgangsspannung auch bei stark variierender Einspeisung durch Photovoltaik und weitere erneuerbare Energien automatisch. Die Energie Thun AG gestaltet damit die intelligente Energiezukunft von Thun aktiv mit.

Die Energie Thun AG zeigt Innovationsgeist: Sie hat die beiden ersten regelbaren Transformatoren – auch Smart Grid Trafos genannt – im Parallelbetrieb in der Schweiz in Betrieb genommen. Mit diesem Pilotprojekt, das mit der Firma Schneider Electric (Schweiz) AG aus Ittigen realisiert wurde, ist ein wichtiger Schritt in Richtung intelligentes Stromnetz in Thun getan und die Energie Thun AG kann als erstes Schweizer Energieversorgungsunternehmen wertvolle Erfahrungen in diesem Bereich sammeln.

Regelbare Transformatoren sind in der Lage, auch bei einer erhöhten Einspeisung aus einer dezentralen Energieanlage den Ausgang auf der Niederspannungsseite automatisch zu stabilisieren und innerhalb des Spannungsbandes zu halten. Die beiden Thuner Transformatoren funktionieren sogar im Parallelbetrieb und sind in das Netzleitsystem der Energie Thun AG eingebunden. Die Smart Grid Trafos von Schneider Electric erfüllen die neuesten Standards (z.B. Ecodesign) und überzeugen mit ihrem robusten Design sowie dem minimalen Unterhalt.

Einbindung von drei Photovoltaikanlagen

Die beiden regelbaren Transformatoren der Energie Thun AG binden im Moment eine Photovoltaikanlage in einem Gewerbegebiet in Thun ins Netz ein, ab Oktober werden es zwei mit einer Gesamtleistung von über 1 Megawatt peak sein. Eine dritte Anlage ist bereits in Planung. Die Anlagen würden einen normalen Transformator bei der Spannungshaltung überfordern.

Dazu kommt, dass an einem Wochenende in einem reinen Gewerbegebiet wie diesem eine sehr tiefe Grundlast bezogen wird. Und wenn die Sonne scheint, entsteht zwischen der anfallenden Leistung und dem tatsächlichen Bezug eine riesige Differenz.

Ein grosser Schritt hin zum Smart Grid

Lange Zeit floss der Strom in unseren Netzen nur von den grossen Produktionsanlagen zu den Verbrauchern. Seit es dezentrale Rückeinspeisungen aus Solar- und Windanlagen gibt, fliesst der Strom in beide Richtungen. Die Anforderungen an das Verteilnetz sind stark gestiegen und werden – aufgrund der Zunahme des Anteils an erneuerbaren Energien – noch weiter steigen.

Von einem intelligenten Einspeisemanagement oder dem Smart Grid liest und hört man viel. Bisher gab es jedoch in der Schweiz noch keine konkreten Umsetzungen. Mit den beiden regelbaren Transformatoren der Energie Thun AG wurde jetzt der Grundstein für ein Smart Grid in Thun gelegt.