Das Problem der Winterstromlücke in der Schweiz bleibt bestehen. In den kommenden Wintern sind möglicherweise erneut Sparmassnahmen von Haushalten und Unternehmen nötig. Deshalb ist es wichtig, dass sich die Bevölkerung vermehrt mit dem Energieverbrauch auseinandersetzt.
Aus diesem Grund hat die SWG das Energie-Dashboard lanciert. Es visualisiert die Entwicklung des Stromverbrauchs in den letzten Wochen und in der Vorjahresperiode. Bei einer drohenden Strommangellage zeigt es auf, wie sich die Sparmassnahmen der Bevölkerung auf den Verbrauch auswirken.
Spartipps mit Augenzwinkern
Dank der leicht verständlichen Darstellung hilft das Energie-Dashboard dabei, das Bewusstsein der Bevölkerung für den Stromverbrauch zu stärken. So setzt es die eingesparte Menge Strom in einen Kontext: Es zeigt zum Beispiel, wie viele Tassen Espresso sich damit zubereiten lassen. Zudem erhalten die Besucherinnen und Besucher des Dashboards einfach umsetzbare Energiespartipps. «Statt mit dem Zeigefinger kommen diese mit einem Augenzwinkern daher», sagt Dominic Bruggmann, Leiter Vertrieb der SWG. «Das Energie-Dashboard soll Leichtigkeit ausstrahlen und trotzdem seriös wirken.»
White-Label-Lösung für weitere Stadtwerke
Möchten auch Sie Ihre Kundinnen und Kunden transparent über den Stromverbrauch in Ihrem Netzgebiet informieren? Die SWG bietet das Energie-Dashboard weiteren Stadtwerke als White-Label-Lösung an, die sie auf ihre Bedürfnisse zuschneiden können. So fällt der Aufwand viel geringer aus als bei einer eigenen Entwicklung.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Dominic Bruggmann, Leiter Vertrieb der SWG: dominic.bruggmann@swg.ch und Tel. 032 654 66 36.
Projekt in vier Etappen
Entstanden ist das Energie-Dashboard durch die enge Zusammenarbeit der Abteilungen Messwesen, Verkauf und Marketing der SWG. Für die Umsetzung arbeiteten sie mit dem Grenchner Unternehmen Sensioty zusammen, das auf Themen wie Smart Energy und Smart City spezialisiert ist. Das Projekt lief in vier Etappen ab:
1. Konzept erstellen
Zuerst beantwortete das Projektteam wichtige Fragen wie diese:
- Was will die SWG mit dem Energie-Dashboard aussagen?
- Welche Funktionen soll es bieten?
- Welche Anforderungen muss es erfüllen?
- Wo soll es sichtbar sein? Handelt es sich um eine reine Webapplikation oder sollen auch Screens damit bespielt werden können?
Welche personellen und finanziellen Ressourcen stehen zur Verfügung?
So entstand das Grundkonzept für das Energie-Dashboard.
2. Datenverständnis erlangen
Die Basis für ein Energie-Dashboard bilden laut Dominic Bruggmann die Daten: «Dafür wendeten wir im Projekt am meisten Zeit auf – aber es war gut investierte Zeit, um das gewünschte Resultat zu erreichen.» Das Projektteam analysierte, über welche passenden Daten die SWG verfügt, in welchem Kontext sie entstanden sind, was sie aussagen und wie sich die Daten für das Energie-Dashboard nutzen lassen. «Anspruchsvoll ist etwa der aussagekräftige Vergleich des Stromverbrauchs verschiedener Perioden. Dazu müssen bei den Daten verschiedene Effekte berücksichtigt werden, zum Beispiel die Veränderung der Bevölkerungszahl.»
3. Daten aggregieren und modellieren
Als Nächstes kümmerten sich die Abteilung Messwesen der SWG und das beauftragte Unternehmen Sensioty um das Aggregieren und Modellieren der Daten. «Je detaillierter die Aussagen des Energie-Dashboards sein sollen, desto komplexer werden auch die Modelle dahinter», so Dominic Bruggmann. Hier war ein guter Kompromiss gefragt.
4. Visualisierung und Testing
Als die Datenmodelle wie gewünscht funktionierten, stand die Visualisierung der Verbrauchsdaten an: In einem iterativen Prozess wurde die Oberfläche des Energie-Dashboards entwickelt. Eine wichtige Aufgabe war dabei das laufende Testing: «Zunächst kam es vor, dass das Dashboard leer blieb, weil einzelne Datenpunkte fehlten. Wir mussten also Regeln definieren, wie das System mit solchen Situationen umgehen sollte. Rechtzeitig zum Go-live im Februar 2023 funktionierte das Energie-Dashboard fehlerfrei.»
Aufwand lohnt sich
Da bleibt noch die Frage: Hat sich der Aufwand für das Energie-Dashboard gelohnt? Aus Sicht von Dominic Bruggmann auf jeden Fall. Er nennt gleich zwei Gründe dafür: «Erstens bemühen sich viele unserer Kundinnen und Kunden, Energie zu sparen. Mit dem Energie-Dashboard machen wir dieses Engagement und seine Folgen sichtbar. Zweitens werden abstrakte Werte wie Kilowattstunden dadurch konkreter und greifbarer. Dieses Verständnis zu schaffen, ist zentral, wenn wir die Bevölkerung bei der Umsetzung der Schweizer Energiestrategie mitnehmen wollen.»